Veröffentlichungen II
Die Antwort auf die in der letzten Ausgabe veröffentlichte Kolumne. Die Reaktionen waren zweifelhaft und darum wird diese Serie mit diesem Text wohl beendet sein.
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Mir reicht es. Im Normalfall bin ich geduldiger. Doch nun reicht es mir. Ich reiche mir. Wo bin ich hingekommen? Was ist nur aus mir geworden. Ich könnte kotzen, wenn ich nur daran denke, was für einen sentimentalen Mist ich in der letzten Kolumne von mir gegeben habe. Von wegen, ich möchte eine Freundin haben. Von wegen, ich sei ein cooler Typ und es müsse doch Frauen geben, die Männer wie mich als Freund haben möchten. Alles Schrott. Weinerlicher Mist.
Die Kompensation hat mich eingeholt. Es gibt wichtigeres auf dieser Welt als dieses ewige, stereotype streben nach Partnerschaft. Definiere ich mich über mein Gegenüber? Bin ich alleine gar nichts wert? Ok, ich gebe es zu. Der ewige Drang nach Bestätigung hat mich getrieben, nichts weiter war es. Nur das. Ich bin froh alleine zu sein, denn es ist besser so.
Es ist jetzt vier Uhr am Morgen. Eine ordentliche Portion Alkohol und die letzten Reste des wunderbaren Scalopine al Limone aus dem Restaurant „Italia“ an der Zeughausstrasse 61 in 8004 Zürich fliessen durch meine Adern.
Mein guter Freund Hans-Peter sass mit mir in diesem lauschigen Garten und wir unterhielten uns prächtig über den Sinn und Unsinn der Partnerschaft. Hans-Peter ist ein Pragmatiker, ein gebranntes Kind. Seine unzähligen Anläufe eine Beziehung zu starten und wieder zu beenden berechtigen ihn, mir Ratschläge zu erteilen. Er weiss, wie die süssen Häschen laufen. Wir bestellen noch ein Bier und referieren über Frauen und Beziehungen. Am Nebentisch sitzt ein Pärchen, das dauernd Händchen hält, nichts und niemand scheint sie zu stören. Nicht einmal die zwei besoffenen Typen nebenan (wir). Ach, diese noch ungetrübte Liebe, diese flammende Leidenschaft! Doch trotzdem tun uns die beiden leid. Denn die Liebe ist eine vorprogrammierte, wenn auch wunderbare Katastrophe, dessen sind wir uns einig. Liebe ist, mit einem Lächeln auf den Lippen in sein Verderben zu laufen; neugierig auf den Moment zu warten, wo es kracht. Und trotzdem, auch dessen sind wir uns einig, kriegen wir davon nie genug. Warum dann überhaupt eine Beziehung anfangen, wenn der Niedergang sowieso unausweichlich ist? Wer will sich schon in vollem Bewusststein dem bevorstehenden Leid aussetzen? Wir bestellen doppelten Espresso und Grappa. Das Paar am Nebentisch turtelt noch immer, denn sie wissen nicht, was ihnen blüht.
Hans-Peter sagt mir er habe eine Statistik gelesen, in welcher steht, dass eine Leidenschaft im Durchschnitt 317,5 Tage halte. Das ist noch nicht mal ein Jahr! Beziehungen dagegen halten drei Jahre. „Und was passiert zwischen dem Niedergang der Leidenschaft und dem Ende der Beziehung?“, frage ich ihn. Die Beziehung sei in vier Stufen einzuteilen, welche wie folgt aussähen: Leidenschaft – Zärtlichkeit – Langeweile – Trennung. Dies sei ein nicht aufzuhaltender Zyklus, niemand könne sich dieser Dynamik entziehen. Obwohl das keine Weisheiten sind, die ich zu hören wünsche, gerade jetzt in meiner Situation, komme ich nicht umhin Hans-Peter zu glauben. Denn wie gesagt: Der Mann weiss wovon er spricht. Wir bestellen nochmals Espresso und Grappa. Das Paar vom Nebentisch bricht auf und Hans-Peter und ich grölen lauthals in den Zürcher Nachthimmel:
1. ES GIBT KEIN GLÜCK
2. LIEBE IST UNMÖGLICH
3. ALLES NICHT SO SCHLIMM
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Mir reicht es. Im Normalfall bin ich geduldiger. Doch nun reicht es mir. Ich reiche mir. Wo bin ich hingekommen? Was ist nur aus mir geworden. Ich könnte kotzen, wenn ich nur daran denke, was für einen sentimentalen Mist ich in der letzten Kolumne von mir gegeben habe. Von wegen, ich möchte eine Freundin haben. Von wegen, ich sei ein cooler Typ und es müsse doch Frauen geben, die Männer wie mich als Freund haben möchten. Alles Schrott. Weinerlicher Mist.
Die Kompensation hat mich eingeholt. Es gibt wichtigeres auf dieser Welt als dieses ewige, stereotype streben nach Partnerschaft. Definiere ich mich über mein Gegenüber? Bin ich alleine gar nichts wert? Ok, ich gebe es zu. Der ewige Drang nach Bestätigung hat mich getrieben, nichts weiter war es. Nur das. Ich bin froh alleine zu sein, denn es ist besser so.
Es ist jetzt vier Uhr am Morgen. Eine ordentliche Portion Alkohol und die letzten Reste des wunderbaren Scalopine al Limone aus dem Restaurant „Italia“ an der Zeughausstrasse 61 in 8004 Zürich fliessen durch meine Adern.
Mein guter Freund Hans-Peter sass mit mir in diesem lauschigen Garten und wir unterhielten uns prächtig über den Sinn und Unsinn der Partnerschaft. Hans-Peter ist ein Pragmatiker, ein gebranntes Kind. Seine unzähligen Anläufe eine Beziehung zu starten und wieder zu beenden berechtigen ihn, mir Ratschläge zu erteilen. Er weiss, wie die süssen Häschen laufen. Wir bestellen noch ein Bier und referieren über Frauen und Beziehungen. Am Nebentisch sitzt ein Pärchen, das dauernd Händchen hält, nichts und niemand scheint sie zu stören. Nicht einmal die zwei besoffenen Typen nebenan (wir). Ach, diese noch ungetrübte Liebe, diese flammende Leidenschaft! Doch trotzdem tun uns die beiden leid. Denn die Liebe ist eine vorprogrammierte, wenn auch wunderbare Katastrophe, dessen sind wir uns einig. Liebe ist, mit einem Lächeln auf den Lippen in sein Verderben zu laufen; neugierig auf den Moment zu warten, wo es kracht. Und trotzdem, auch dessen sind wir uns einig, kriegen wir davon nie genug. Warum dann überhaupt eine Beziehung anfangen, wenn der Niedergang sowieso unausweichlich ist? Wer will sich schon in vollem Bewusststein dem bevorstehenden Leid aussetzen? Wir bestellen doppelten Espresso und Grappa. Das Paar am Nebentisch turtelt noch immer, denn sie wissen nicht, was ihnen blüht.
Hans-Peter sagt mir er habe eine Statistik gelesen, in welcher steht, dass eine Leidenschaft im Durchschnitt 317,5 Tage halte. Das ist noch nicht mal ein Jahr! Beziehungen dagegen halten drei Jahre. „Und was passiert zwischen dem Niedergang der Leidenschaft und dem Ende der Beziehung?“, frage ich ihn. Die Beziehung sei in vier Stufen einzuteilen, welche wie folgt aussähen: Leidenschaft – Zärtlichkeit – Langeweile – Trennung. Dies sei ein nicht aufzuhaltender Zyklus, niemand könne sich dieser Dynamik entziehen. Obwohl das keine Weisheiten sind, die ich zu hören wünsche, gerade jetzt in meiner Situation, komme ich nicht umhin Hans-Peter zu glauben. Denn wie gesagt: Der Mann weiss wovon er spricht. Wir bestellen nochmals Espresso und Grappa. Das Paar vom Nebentisch bricht auf und Hans-Peter und ich grölen lauthals in den Zürcher Nachthimmel:
1. ES GIBT KEIN GLÜCK
2. LIEBE IST UNMÖGLICH
3. ALLES NICHT SO SCHLIMM

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