Veröffentlichungen IV
Alleine reisen macht froh!
Der richtige Schweizer Mann reist im Zug nach München. Ab sechs Uhr fährt jede Stunde eine Zugkomposition von beeindruckender Länge vom Zürcher Hauptbahnhof in die Deutsche Weissbiermetropole. Die Wagen sind immer gut besetzt, zu jeder Stunde. Fröhliche Menschen lümmeln sich mit Koffern, lustigen Jacken und Hüten in den flauschigen Sesseln der ersten und der zweiten Klasse.
Doch ich fahre immer Speisewagen. Nicht weil ich um 7:33 hungrig wäre, nein, ganz im Gegenteil. Der Grund für meine Wagenwahl ist der exquisite Lavazza-Café der seit neuestem von der Speisewagen-Gesellschaft serviert wird. ZHW merke: Euer Café ist eine laue Pfütze, Lavazza muss her!
Aber noch viel interessanter als der garantierte Sitzplatz und die dampfende Tasse Café sind die Menschen, die zur unchristlicher Morgenstunde die Wagen frequentieren.
Der rechte Schweizer Mann reist im Zug nach München. Unabhängig des Wochentages und der Uhrzeit sind die Plätze immer gut besetz mit bestgelaunten Schweizer Männer aus allen Ecken des Landes. Die überschäumende Reiselaune, die diese Menschen zu dieser Unzeit versprühen (ich reise früh, ich geh früh zur Schule, ich bin ein Fleissbolzen) bringt mich regelmässig an den Rand der Verzweiflung. Laut und eindringlich wird parliert, jovial und erwartungsfroh. Wortfetzen wie „Weissbier, bzw. Wurst“, „Hofbräuhaus“, „Oktoberfest“, „Disko“, „Vollrausch“, „geile Weiber“ oder „Hilton-Hotel“ mischen sich mit dem Rauch von krummen Villiger-Stumpen. Nicht selten ist es passiert, dass ich von meinen sympathischen Mitreisenden, statt zum Kaffee zu einem ordentlichen Weissbier animiert wurde. „Das tut dir gut Bub, du siehst ja ganz mager aus..“. Dankend lehnte ich jeweils ab, denn wie gesagt: Ich bin ein Fleissbolzen und auf Bier lernt es sich nun mal einfach schlecht, von der daraus resultierenden Alkoholfahne mal ganz schweigen.
Wer um Gotteswillen trägt heute noch Faserpelz? Sind dünne Oberlippenbärte noch zeitgemäss? Ist es in Ordnung, für eine Reise in eine Europäische Metropole Adiletten zu tragen?
Aber ganz unabhängig vom Frevel dieser äusserlichen Merkmale beginne ich mich, als ich einen Bierbauch seinen Ehering abstreifen sehen, zu fragen, warum in diesem Zug nur Männer sitzen. Drei Zigaretten später ist mir klar: Es gibt Frauenstädte (Lissabon, Berlin und Wien), es gibt Männerstädte (eben München, Moskau und Prag) und es gibt Pärchenstädte (Paris, Florenz und Port Louis, die Hauptstadt der Liebesinsel Mauritius). Die Charakteristika dieser Destinationen gründen auf ihrem Angebot. Männer mögen Biergärten. Frauen mögen Shopping. Pärchen mögen ihr Liebesnest aufbauen. Die divergierenden Ansprüche dieser Gruppen können niemals gemeinsam befriedigt werden und aus diesem Grunde wird getrennt gereist. Die Unvereinbarkeit der Lüste manifestiert sich spätestens im gemeinsamen Urlaub und man schwört sich entweder so etwas nie mehr zu tun oder man fügt sich und sitzt rauchend vor der Boutique „Comme des Garçons“ in Paris, sitzt sich den Arsch platt und raucht eine Schachtel Zigaretten. Dafür sind später im Hotelzimmer auch Zärtlichkeiten garantiert, weil die Frau ob dem gemachten Schnäppchen dann froh ist.
Man sehe und wundere sich nicht: Das Geschlechter-Dogma ist unergründlich. Aus diesem Grunde reisen Männer alleine nach München und ich alleine nach Winterthur.
Der richtige Schweizer Mann reist im Zug nach München. Ab sechs Uhr fährt jede Stunde eine Zugkomposition von beeindruckender Länge vom Zürcher Hauptbahnhof in die Deutsche Weissbiermetropole. Die Wagen sind immer gut besetzt, zu jeder Stunde. Fröhliche Menschen lümmeln sich mit Koffern, lustigen Jacken und Hüten in den flauschigen Sesseln der ersten und der zweiten Klasse.
Doch ich fahre immer Speisewagen. Nicht weil ich um 7:33 hungrig wäre, nein, ganz im Gegenteil. Der Grund für meine Wagenwahl ist der exquisite Lavazza-Café der seit neuestem von der Speisewagen-Gesellschaft serviert wird. ZHW merke: Euer Café ist eine laue Pfütze, Lavazza muss her!
Aber noch viel interessanter als der garantierte Sitzplatz und die dampfende Tasse Café sind die Menschen, die zur unchristlicher Morgenstunde die Wagen frequentieren.
Der rechte Schweizer Mann reist im Zug nach München. Unabhängig des Wochentages und der Uhrzeit sind die Plätze immer gut besetz mit bestgelaunten Schweizer Männer aus allen Ecken des Landes. Die überschäumende Reiselaune, die diese Menschen zu dieser Unzeit versprühen (ich reise früh, ich geh früh zur Schule, ich bin ein Fleissbolzen) bringt mich regelmässig an den Rand der Verzweiflung. Laut und eindringlich wird parliert, jovial und erwartungsfroh. Wortfetzen wie „Weissbier, bzw. Wurst“, „Hofbräuhaus“, „Oktoberfest“, „Disko“, „Vollrausch“, „geile Weiber“ oder „Hilton-Hotel“ mischen sich mit dem Rauch von krummen Villiger-Stumpen. Nicht selten ist es passiert, dass ich von meinen sympathischen Mitreisenden, statt zum Kaffee zu einem ordentlichen Weissbier animiert wurde. „Das tut dir gut Bub, du siehst ja ganz mager aus..“. Dankend lehnte ich jeweils ab, denn wie gesagt: Ich bin ein Fleissbolzen und auf Bier lernt es sich nun mal einfach schlecht, von der daraus resultierenden Alkoholfahne mal ganz schweigen.
Wer um Gotteswillen trägt heute noch Faserpelz? Sind dünne Oberlippenbärte noch zeitgemäss? Ist es in Ordnung, für eine Reise in eine Europäische Metropole Adiletten zu tragen?
Aber ganz unabhängig vom Frevel dieser äusserlichen Merkmale beginne ich mich, als ich einen Bierbauch seinen Ehering abstreifen sehen, zu fragen, warum in diesem Zug nur Männer sitzen. Drei Zigaretten später ist mir klar: Es gibt Frauenstädte (Lissabon, Berlin und Wien), es gibt Männerstädte (eben München, Moskau und Prag) und es gibt Pärchenstädte (Paris, Florenz und Port Louis, die Hauptstadt der Liebesinsel Mauritius). Die Charakteristika dieser Destinationen gründen auf ihrem Angebot. Männer mögen Biergärten. Frauen mögen Shopping. Pärchen mögen ihr Liebesnest aufbauen. Die divergierenden Ansprüche dieser Gruppen können niemals gemeinsam befriedigt werden und aus diesem Grunde wird getrennt gereist. Die Unvereinbarkeit der Lüste manifestiert sich spätestens im gemeinsamen Urlaub und man schwört sich entweder so etwas nie mehr zu tun oder man fügt sich und sitzt rauchend vor der Boutique „Comme des Garçons“ in Paris, sitzt sich den Arsch platt und raucht eine Schachtel Zigaretten. Dafür sind später im Hotelzimmer auch Zärtlichkeiten garantiert, weil die Frau ob dem gemachten Schnäppchen dann froh ist.
Man sehe und wundere sich nicht: Das Geschlechter-Dogma ist unergründlich. Aus diesem Grunde reisen Männer alleine nach München und ich alleine nach Winterthur.

3 Comments:
Das Warten hat sich gelohnt... Thanx for the days in zürich! See you in Berlin! When???
merci bien fuer das aufheitern meines arbeitstages. gern mehr. macht freude deine texte zu lesen
www.caffere.ch - hier kannst du lavazza kaffee beziehen.
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